Die Preisverleihung

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Foto: Maximilian Buddenbohm
Verleihung der Hamburger Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzung am Montag, dem 27.11.06, im Literaturhaus

Herrlich, Kinder, was für ein schöner Abend! Feierliches Ambiente im Literaturhaus, die Leute haben sich schick gemacht, es gibt Wein und Häppchen, allerdings nur für die anderen, denn ich habe die Option Zahnschmerzen wegzaubern und nichts trinken gewählt. Das ist aber auch vielleicht leckeres Wasser! Ich freue mich, dass Freunde und Kollegen da sind, und dass meine Laudatorin Eva Bonné sagt, Übersetzen bestehe ja nicht nur daraus, Vokabeln nachzuschlagen, und es sei mir gelungen, den Raum hinter den Worten zum Klingen zu bringen. Was für ein Kompliment!
Mein Auftritt sei gut gewesen, höre ich, ich selbst weiß es nicht. Ich war ein bisschen aufgeregt, ich kann mich nicht erinnern, schon mal vor so vielen Leuten in ein Mikrophon gesprochen zu haben. Aber nach ein paar kleineren Versprechern auf der ersten Seite läuft es, ich habe das Gefühl, die Leute hören zu, und ein paar Mal lachen sie sogar. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, denn das Buch hat zwar viel Humor, macht aber keine Witze.
Nacheinander lesen neun Preisträger, es wird ein bisschen lang, aber anders geht’s wohl nicht. Glücklicherweise halten sich alle an die Zeitvorgabe und die beiden letzten Leserinnen sind großartig, so dass ich doch bis zum Schluss zuhören kann. Insgesamt eine runde, feierliche und abwechslungsreiche Veranstaltung.
Beim gemütlichen Wassertrinken nach dem offiziellen Teil ist meine Urkunde plötzlich weg. Ich hatte sie ungeschickt abgelegt, die Mappe ist runtergefallen, alle Zettel rausgerutscht: die Pressemappe, mein Text – aber keine Urkunde. Eine Freundin findet sie später irgendwo auf dem Boden. Meine Urkunde! Von fremden Menschen in den Schmutz gestoßen und mit Füßen getreten! Sie ist verknickt und verdreckt, das ist schön, jetzt ist sie Rock’n’Roll. Ich überlege kurz, noch einen Rotweinkringel draufzumachen, dann könnte ich später behaupten, ich sei angemessen betrunken gewesen.

Isa Bogdan

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5 Kommentare

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5 Antworten zu “Die Preisverleihung

  1. nochmals meinen allerherzlichsten Glückwunsch und Respekt vor Deiner guten, nein sehr sehr guten Arbeit. Und danke für den Bericht!

  2. chick

    Frau isabo, herzlichen Glückwunschen und gute Beserung für den armen, kleinen Zahn!

  3. bernd Paulsen

    Hallo Isa,
    herzlichen Glückwunsch von Bernd Paulsen und Hanne

  4. isabogdan

    Vielen Dank!

  5. Ich würde auch Selbstgeschriebenes von Ihnen kaufen, wenn es räumlich klingt.

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