redereihamburg on Tour – Leselounge in Kiel am 22.02.2007

Literaturhaus Kiel

Wir fahren am 22.02.2007 in den Norden und treffen dort Mc Winkel, der schon im letzten Monat bei KSL 37 die Baderanstalt mit Klaus-Kinski-Moves gerockt hat. In der Leselounge des Literaturhauses in Kiel stellen wir unter anderem unsere Anthologie „KAFFEE.SATZ.LESEN 13-31“ vor. Dazu wird der Autor und Blogger Stevan Paul zusammen mit Mc Winkel jeweils 20 Minuten lesen. Danach diskutieren alle Beteiligten in grosser Runde über das Thema „Literatur in der Netzkultur“. Wer also in Kiel wohnt und wem Fragen zu KAFFEE.SATZ.LESEN, der Netzkultur oder anderen Dingen auf der Seele liegen, der sollte auf jeden Fall kommen und alle anderen natürlich auch. Schön wird’s.

Donnerstag, 22.2. im Literaturhaus SH, Schwanenweg, Kiel.
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 6 Euro, erm. 3,50 Eur.

Leselounge | Literaturhaus Kiel.

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Neuigkeiten

Eine Antwort zu “redereihamburg on Tour – Leselounge in Kiel am 22.02.2007

  1. Die Kieler Nachrichten über den Abend. Ein Artikel von Jörg Meyer.

    Wortabwurfstelle für die Mitteilungswut

    Kiel – Nachts nach der LeseLounge noch mal fix auf http://www.whudat.degeklickt, könnte ja sein, dass der Kieler MC Winkel da schon gebloggt hat, wie sein Auftritt im Literaturhaus war. Weblogs oder kurz Blogs sind vor allem eines: schnell! Zur Authentizität der Selbststilisierung zur medialen Person gehört, dass das Internet-Logbuch ganz nah dran am gerade Erlebten ist. Zumal MC Winkel seine und des Blog-Kollegen Herrn Paulsens Sofasitzung mitfilmt – Futter für sein nächstes „YouTube“-Video auf whudat.de.

    Aber nein, noch nichts da. Wahrscheinlich nutzt Winkel nicht in der „Bloggosphäre“, sondern im „wirklichen“ Leben noch seine „Bier-Flatrate“. Bei täglich einigen tausend Klicks auf seinen Blog (und damit unter den ersten Zehn der Blog-Charts) wurden die Werber aufmerksam. Weil Winkel „überall im Blog das Wort ‚Bier‘ durch mein Lieblingsgetränk ‚Holsten‘ ersetzt“ hat, honorieren die Brauer den Blogger mit entsprechenden „Naturalien“. Ein Kollateralnutzen einer Kultur, die das Internet als Textabwurfstelle für die tägliche bis stündliche Mitteilungswut entdeckt hat. Und hunderte bis tausende Leser täglich findet – weit mehr als mancher Jungautor mit seinem Debüt zwischen traditionellen Buchdeckeln in einem ganzen Jahr.

    „Blogs sind großartig für die Kleinen“, weiß daher auch Stevan Paul, der unter der Web-Adresse http://antsinp.antville.org nicht nur den Blog „Dem Herr Paulsen sein Kiosk“ betreibt, sondern mit der „redereihamburg“ und den „Kaffee.Satz.Lesungen“ (samt Anthologien als Buch) den literarischen Nachwuchs vernetzt. Blogs seien die perfekte Spielwiese, „um Texte auszuprobieren“, vor allem für die „kleine Form“ wie Kurzgeschichte oder Lyrik, Einstieg für manches Talent in den Literaturbetrieb abseits der Verlage, die „nur Romane drucken“. Literarische Blogger finden oft spontanes Echo auf ihre Texte im weltweiten Netz, werden zu Lesungen eingeladen und manchmal mir nichts, dir nichts zu Stars in der Netz-Manege.

    Doch ist all das Raunen im Blog-Rummel auch Literatur? Bei Paul in jedem Fall, wie seine in der LeseLounge vorgetragen „kulinarischen“ Kurzgeschichten zeigen. MC Winkel dagegen sieht sich selbst nicht als Literat, eher „Selbstdarsteller mit einer literarischen Ader“. Zwei unterschiedliche Formen, Blogs zu nutzen, wie der Kieler Medienwissenschaftler Prof. Dr. Jan-Oliver Decker weiß: „Die einen (wie Paul) nutzen den Blog als neue Verbreitungsmöglichkeit für ihre Texte, die anderen zur Medialisierung ihrer Person.“ Letzteres inszeniert MC Winkel multimedial. Er nutzt die neuen Möglichkeiten des „Web 2.0“, sich in unterschiedlichsten Formaten zu äußern, exzessiv – und wird dabei zum MC jenseits des Mathias Winks‘ mit ganz bürgerlichem Beruf.

    „Das Persönliche verlagert sich ins Mediale“, stellt Decker zum Thema Blogs fest, „wird zur Idealisierung des kulturellen Normalfalls“. Und warum ist dieser für so erstaunlich viele Mitleser von Blogs so interessant? Weil Globalisierung und neue Techniken eben diese Normalität gefährdet erscheinen lassen – und sie so im Internet geradezu romantisch zu einem Personenkult machen. Von Jörg Meyer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s